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Muskelfaserriss: Symptome - Diagnose und Therapie

Moritz berichtet am 24.03.2017 um 15:07

Kategorie:

Trainingstipps

Sportarten:

Aerobic Handball Laufen Leichtathletik Squash

Der Muskelfaserriss - Eine schmerzhafte Erfahrung

Muskelfaserrisse gehören zu den Verletzungen, die häufig bei einer sportlichen Betätigung auftreten. Die brennenden Schmerzen werden dadurch verursacht, dass es beim Muskelfaserriss zu einer Zerstörung der Muskelzelle kommt. Bei Muskelfaserrissen wird das Muskelgewebe in viele Muskelfasern gerissen. Häufig sind ganze Muskelbündel von der Verletzung betroffen. Der Schmerz erinnert an Empfindungen, wie sie bei Stichen mit Messern oder Nadeln entstehen. Die Nerven werden so extrem gereizt, dass die Schmerzen, je nach Schwere der Verletzung, kaum auszuhalten sind. Sporttreibende sollten daher immer darauf achten, ihre Muskeln nicht übermäßig zu beanspruchen, um Sportverletzungen zu vermeiden.

Welche Körperteile sind gefährdet?

Die Beine, hierbei verstärkt die Waden und die Oberschenkel können ebenso betroffen sein, wie die Arme. Im Armbereich kommt es vermehrt in den Oberarmen sowie in den Schulterbereichen zu Muskelfaserrissen.
Verletzungen in diesen Körperregionen geschehen im Regelfall durch eine außerordentlich starke Beanspruchung der Muskulatur, die beispielsweise dadurch entstehen kann, dass vor Beginn der sportlichen Betätigung auf die Aufwärm-und Dehnphase verzichtet oder diese zu kurz durchgeführt wird.

Welche Symptome sind typisch für diese Sportverletzung?

Sofort nach dem auslösenden Ereignis treten starke Schmerzen auf, wobei es keine Rolle spielt, ob der betreffende Körperteil ruhiggestellt wird oder in Bewegung bleibt. Die Schmerzen ähneln denen der Muskelzerrung, sind aber deutlich stärker und führen im Regelfall dazu, dass eine Schonhaltung eingenommen wird. Der Muskel wird nicht mehr bewegt und verliert dadurch an Kraft. Hinzu kommen starke Schwellungen oder Blutergüsse. Oftmals ist eine starke Delle im Bereich des Risses wahrzunehmen.

Ärztliche Diagnose

Zunächst wird ein intensives Gespräch mit dem Patienten geführt, wobei eine ausführliche Schilderung des Unfalls bei der Diagnose sehr hilfreich ist. Auch die Art der Schmerzen und weiterer Symptome sollten dem Arzt genau beschrieben werden, um ihm die Diagnose zu erleichtern. Im Anschluss daran erfolgt eine gründliche körperliche Untersuchung, bei der häufig ein Ultraschallgerät zur genauen Bestimmung der Sportverletzung eingesetzt wird. Innere Verletzungen und Blutungen sind bei einer äußerlichen Untersuchung meist nicht feststellbar. Die Ultraschalluntersuchung bietet dem Arzt mehr Möglichkeiten, auch sich innerhalb des Körpers bildende Blutergüsse zu erkennen. In besonders schweren Fällen wird auch die Untersuchung mittels MRT (Magnetresonanztomographie) vorgenommen. Bei dieser Untersuchung kann der Ort der Verletzung eingegrenzt werden, wodurch eine wirksamere Behandlung und Heilung des geschädigten Gewebes erfolgen kann.

Gibt es Behandlungs-Unterschiede zwischen der Muskelzerrung, dem Muskelfaserriss und dem Muskelriss?

Die Muskelzerrung gehört zu den leichtesten Verletzungen der Muskulatur. Bei ihr werden die sogenannten Sarkomere zu stark gedehnt und sind daher nicht mehr voll funktionsfähig. Ein kleiner Anteil der Muskelfasern wird verletzt, kann sich aber schnell wieder regenerieren. Bei einer Muskelzerrung genügt eine Schonung der Muskulatur für einige Tage. Hilfreich ist auch ein Kühl Akku. Hierbei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass sich zwischen Haut und Akku Stoff befindet, damit es nicht zu Erfrierungen kommt. Hierzu eignen sich Baumwollgeschirrtücher oder Babywindeln sehr gut. Spezielle medizinische Kühlbeutel bieten Aufbewahrungstaschen an, die für die richtige Temperatur der Kühlung sorgen. Auch das Anlegen von elastischen Verbänden und das Hochlagern der betroffenen Körperteile unterstützen den Heilungsprozess. Bis zur vollen Einsatzfähigkeit der Muskeln und somit zur Fortsetzung der sportlichen Betätigung dauert es jedoch manchmal bis zu vierzehn Tagen.

Der Faserriss weist eine starke Verletzung vieler Muskelfasern auf. Es kommt zu einer Strukturveränderung der Zellen, die häufig von Blutungen begleitet wird. Teilweise kann der Muskel nicht gebeugt werden. Die Ausheilung von Muskelfaserrissen kann sich über mehrere Monate hinziehen. Da nach den Rissen kleine Narben zurückbleiben, besteht auch immer die Gefahr einer erneuten Verletzung im geschädigten Bereich. Zur Linderung von Schmerzen werden oftmals entzündungshemmende Schmerzmittel eingesetzt. Später können Massagen den Heilungsprozess unterstützen und die Muskeln stärken. Als Soforthilfemaßnahmen ist auch bei Muskelfaserrissen sofortige Ruhe und kühlen der betroffenen Stelle angesagt. Möglichst zügig sollte ein Arzt aufgesucht werden, um eine genaue Diagnose stellen zu können. Die Symptome sind bei Muskelzerrungen, Muskelfaserrissen und Muskelrissen ähnlich, sodass grundsätzlich eine ärztliche Untersuchung vorgenommen werden muss. Jede Verzögerung kann den Heilungsprozess verlängern und im schlimmsten Fall sogar dazu führen, dass keine Heilung mehr möglich ist. Chronische Schmerzen und Störungen im Bewegungsablauf wären die Folgen.

Der Muskelriss ist die Stärkste der drei aufgeführten Muskelverletzungen. Er führt zu einer starken Gewebeblutung und meistens zu einem Totalausfall der Kontraktion. Bei einem Bündelriss wird auch operiert. Der entstandene Bluterguss wird bei solchen Operationen entfernt, damit dort keine Kalkeinlagerungen stattfinden. Diese würden die Muskulatur beim Wiederaufbau behindern. Die durchtrennten Muskelfasern werden während des operativen Eingriffs genäht. Durch das Zusammennähen der Fasern wird der Heilungsprozess beschleunigt. Nach der Operation werden sehr oft physiotherapeutische Behandlungen verordnet. Durch Elektrotherapie oder entsprechende Massagen wird die schnelle Heilung der betroffenen Muskulatur gefördert. Der Heilungsprozess nach einem Muskelriss fordert jedoch sehr viel Geduld vom Patienten. Bis zur vollständigen Heilung können Monate vergehen. Wenn es auch schwerfällt, auf den regelmäßigen Sport zu verzichten, sollte trotzdem den Empfehlungen des Arztes Folge geleistet werden. Eine erneute Überbeanspruchung der Muskeln kann dazu führen, dass Sport gar nicht mehr betrieben werden kann. Bei einem Muskelriss ist weniger wirklich mehr. Mit Hilfe von Physiotherapeuten kann die Muskulatur sanft angeleitet werden, ihre eigentlichen Aufgaben schmerzfrei zu übernehmen.

Vermeidung von Sportverletzungen und Faserrissen

Faserrisse der Muskulatur können verschiedene Ursachen haben. Ein Ungleichgewicht der Wirbelsäule und der Extremitäten kann ebenso der Grund sein, wie eine Übermüdung oder schlechte Dehnfähigkeit der Muskulatur. Auch nicht ausgeheilte Verletzungen oder eine zu hohe Luftfeuchtigkeit während der sportlichen Betätigung können der Auslöser von Muskelfaserrissen sein. Besonders betroffen sind Fußball- oder Tennisspieler, da bei diesen Sportarten schnelle Wechselbewegungen ausgeübt werden, die zu einer Überforderung der Muskulatur führen können. Gerade im Fußballsport kommt es oft zu Zusammenstößen der Sportler, bei denen Druck auf den gedehnten Muskel ausgelöst wird, was zu einer Verletzung der Muskelfasern führen kann. Auch Doping stellt eine Gefährdung der Muskulatur dar, weil die Muskelmasse hierbei nicht auf natürliche Weise gesteigert wird.
Nicht bekannt ist vielen Breitensportlern, dass Entzündungsherde im Körper, wie sie zum Beispiel durch eine Zahnentzündung oder chronischen Nebenhöhlenentzündungen entstehen, zu Rissen der Muskelfasern führen kann. Daher sollten sich nur gesunde Menschen sportlich betätigen. Sportler haben vielfache Möglichkeiten das Risiko für Muskelverletzungen zu senken. Wichtigster Faktor ist das Aufwärmen der Muskeln. Der Zeit-sparende Kaltstart sollte unbedingt vermieden werden. Zudem sollten die Körperhaltung, passendes Schuhwerk und die Bewegungsabläufe des Körpers genau beobachtet werden. Für ungeübte Sportler empfiehlt sich das Training mit einem erfahrenen Übungsleiter. In der Gruppe macht das Trainieren doppelt so viel Spaß. Örtliche Sportvereine und Fitness-Studios bieten Kurse für Sportbegeisterte an. Wer aber lieber ohne Gruppenzwang üben möchte, kann sich seinen eigenen Trainer buchen. Zur Vermeidung von überhöhten Belastungen der Muskulatur bieten sich stützende Tapes oder Stützbandagen an. Achtsamkeit für den eigenen Körper sollte immer gegeben sein. Wer Schmerz spürt, muss auf die Signale seines Körpers reagieren und die Muskulatur schonen.

Soforthilfe bei Muskelprellungen

Im Gegensatz zu den Muskelfaserrissen, die meist auf ein Selbstverschulden des Patienten zurückzuführen sind, entstehen Blutergüsse durch Muskelprellungen häufig durch Fremdverschulden. So verursachen zum Beispiel Schläge mit der Faust auf den Oberarmmuskel eine Quetschung des Gewebes, bei der die Gewebeflüssigkeit austritt und zu einem sichtbaren Bluterguss führt. Die Muskelprellung braucht in den meisten Fällen keine ärztliche Untersuchung. Hier genügt die PECH-Behandlungs-Methode.

  • P - Pause einlegen und den betroffenen Körperteil schonen.
  • E - Eis auf die verletzte Stelle auflegen, also sofort kühlen.
  • C - Compression anlegen. Ein Druckverband stützt die geprellte Muskulatur.
  • H - Hochlagern der betroffenen Extremität.

Risikoreiche Sportarten

Kurzstreckenläufer sind besonders oft von Muskelverletzungen betroffen. Beim Kurzstreckenlauf wird die Muskulatur der Oberschenkel stark angespannt und übermäßig belastet. Das schnelle Beschleunigen beim Start sowie das starke Abbremsen im Zielbereich führen zu einer Überlastung der Muskeln und lösen dadurch häufig Muskelrisse aus. Somit sind Athleten ebenso gefährdet wie die bereits erwähnten Fußballspieler oder Tennisprofis. Aber auch Squash-Spieler, Handballer und Hürdenläufer sind stark gefährdet, da auch in diesen Bereichen schnelle Sprints mit starken Stoppern abwechseln.
Fazit: Überall dort, wo die Muskulatur sekundenschnell übermäßig beansprucht wird, kann sie überfordert sein. Schmerzhafte Muskelschäden sind die Folge. Ungeübte Menschen sollten daher zunächst eine Sportart wählen, die die Muskulatur nicht zu sehr beansprucht. Sportarten wie Tischtennis, Schwimmen, Wandern, Tai Chi, Qui Gong, Pilates oder Yoga bieten einen sanften Einstieg in den Sport und gewöhnen die Muskeln langsam an erhöhte Bewegungsabläufe. So steht der sportlichen Betätigung auch für Anfänger nichts im Weg. Die Körpermuskulatur kann aufgebaut werden, ohne einer übermäßigen Verletzungsgefahr der Muskulatur durch Muskelfaserrisse ausgesetzt zu werden.

 



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