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Laufverletzung - Erfahre wie du das Schienbeinkantensyndrom effektiv behandelst

Moritz berichtet am 27.08.2016 um 08:57

Sportarten:

Laufen
Schienbeinkantensyndrom
Schienbeinkantensyndrom /Schienbeinkantensyndrom eine der häufisten Sportverletzungen

Sportmediziener unerscheiden insbesondere zwischen dem vorderen und dem medialen Schienbeinkanntensymdrom:

  • Das vordere Schienbeinkantensyndrom entsteht durch eine Überbeanspruchung der Muskulatur. Die daraus resultierende Knochenhautentzündung befindet sich an der Ansatzstelle zum Schienbeinknochen. 
  • Das mediale Schienbeinkatensyndrom wird durch die Überlastung der Unterschenkelmuskulatur verursacht.

Sobald der Läufer diese Verletzung feststellt, muss er unverzüglich das Training einstellen und mit absoluter Schonung reagieren. Andernfalls führt das Weiterlaufen zu einer Verschlimmerung der Schmerzen. Übergeht der Läufer das Schmerzbild, kann es zudem zu einer starken Plattfussbildung und sogar zu einem Ermüdungsbruch kommen. 
Bei länger andauernden Schmerzen empfiehlt sich das Aufsuchen eines erfahrenen Sportmediziners. 

Mögliche Ursachen des Schienbeinkantensyndroms

Die häufigste Ursache für MTSS ist die fehlerhafte Drehung des Fußes. Entlang seiner Längsachse wird der äußere Rand des Fußes angehoben und der innere gleichzeitig gesenkt. Diese Überbeanspruchung des lateralen und medialen Fußrandes nennt man auch Überpronation. Einfacher ausgedrückt rollt der Läufer den Fuß zu weit nach innen ab. Das falsche „nach innen kippen“ ist mit bloßem Auge gut zu erkennen. Steht ein Laufpartner zur Verfügung, sollten beide Sportler gegenseitig darauf achten, ob sein Nebenmann nach innen kippt. Der auftretende Schmerz kann während des Laufens wieder verschwinden, tritt aber bei der nächsten Laufeinheit wieder auf. Hiervon sind meistens Laufanfänger betroffen. Ihnen fehlt noch die Erfahrung im Laufsport und bezüglich der Auswahl des für sie passenden Schuhwerks. Die oftmals fehlerhafte Lauftechnik und die zu schnell erfolgenden Steigerungen des Trainingspensums, führen in den meisten Fällen zu dieser schmerzhaften Knochenhautentzündung. 

Weitere Ursachen können der Belagwechsel im Frühjahr oder Herbst sein. Das dauerhafte Tragen von Spikeschuhen oder auch der Wechsel des Laufschuhs. Eine Übermäßige Belastung des Vorderfußes (bei Vorfußläufern) können genauso zum KSK führen, wie das ständige Training auf hartem Belag oder das wiederholte Abspringen und Landen beim Ausüben der Sprungsportarten.

Vom medialen Syndrom sind in der Regel Leistungssportler betroffen. Durch das ständige Training für Marathon- und 400-Meter-Läufe beanspruchen sie die Unterschenkelmuskulatur zu stark.

Symptome und Schmerzverhalten

Die Symptome einer Knochenhautentzündung zeigen sich an der Innenseite des Schienbeins oder im unteren bis mittleren Bereich des Schienbeins. Der Läufer spürt einen stechenden Schmerz, den er oftmals zunächst toleriert, denn der Schmerz kann beim Weiterlaufen vorübergehend verschwinden. Außerdem ist ein punktueller Druckschmerz vorhanden, der Schmerzpunkt kann ertastet werden. Warnhinweise sind außerdem Rötungen im betroffenen Bereich und das Auftreten des Schmerzes bei direkter oder kurzer Belastung.

Vorbeugung 

Für den ungeübten Läufer ist der Besuch eines Sportseminars empfehlenswert. Hier erfährt er alles Wissenswerte rund um den Laufsport. Außerdem besteht die Möglichkeit einer Laufbandanalyse. Hier erkennt der Fachmann anhand der Laufbewegung, ob der Läufer zum SKS neigt. Durch diese Analyse erhält der Sportler die entsprechende Empfehlung für das richtige Schuhwerk für den entsprechenden Bodenbelag. Zur Verminderung möglicher Verletzungen ist es ebenfalls für den Laufanfänger hilfreich, einen Fachmann zu Rate zu ziehen, der entsprechend der körperlichen Verfassung des Läufers, einen geeigneten Trainingsplan ausarbeitet. 

Des Weiteren ist es wichtig, pathologische Befunde auszuschließen bzw. zu korrigieren. Die richtige Einlage im Schuh kann das SKS verhindern. Außerdem sollten Achsfehlstellungen sowie eine Fehlstatik des Fußlängsgewölbes ausgeschlossen werden. Zudem sollte die mediale Winkelgröße am Knie geprüft werden, um bei einer eventuellen Vergrößerung (genu valgum), eine Verkrümmung des Beines auszuschließen.

Regelmäßig durchgeführte Kräftigungs- und Dehnübungen der Wadenmuskulatur vor und nach dem Laufen, dienen ebenfalls der Vorbeugung. Lockerungsübungen, das sogenannte "Aufwärmen", sind hier ebenfalls von Wichtigkeit. 
Übungen mit dem MFT-Brett sorgen für Kraft und Ausdauer, sowie der Stärkung und Festigung der Muskulatur sowie des Rückens. Schon 10-15 Minuten täglich können dabei helfen, das schmerzhafte SKS zu verhindern. Das sogenannte "Wackel- oder auch Kippelbrett" kann leicht nachgebaut werden und hilft zudem auch bei der Koordination. Es sorgt neben den gewünschten medizinischen Effekten für den Spaßfaktor im Sport. Auch Barfussläufe sind empfehlenswert. Hier muss jedoch beachtet werden, dass dem Fuß die Unterstützung fehlt. Es sollte also zunächst nur ein kurzes Training stattfinden, das zunehmend gesteigert werden kann.

Therapiemöglichkeiten beim Schienbeinkantensyndrom 

Ist es trotz aller vorbeugenden Maßnahmen zum Schienbeinkantensyndrom gekommen, sollte der Läufer sofort das Training einstellen, das Schienbein schonen und mit Kältekompressen,(Eispacks) oder auch der Zufuhr von Wärme behandeln. 
Medikamente, wie zum Beispiel Diclofenac und Ibuprofen, lindern zusätzlich den Schmerz. 

Dauerhaft jedoch zeigt sich bei der Behandlung durch den Physiotherapeuten der wesentlich deutlichere und anhaltende Erfolg. In den meisten Fällen dauert die Behandlung durch den Therapeuten etwa sechs Wochen. Besonders wichtig ist, dass der verletzte Sportler rechtzeitig den Orthopäden bzw. Sportmediziner aufsucht. Wenn sich ein bereits chronisches Schmerz- und Erkrankungsbild zeigt, kann die Behandlung wesentlich länger dauern. Die Reduktion der sportlichen Aktivitäten führt jedoch in den meisten Fällen zur Beschwerdefreiheit.

Der behandelnde Arzt kann außerdem die Gabe von Muskelrelaxantien, Enzymen, die nächtliche Anbringung von Salbenverbänden oder auch die Hochvolttherapie und niederfrequente Ströme empfehlen. Bei Hochleistungssportlern können zudem, unter Beachtung der Dopingrichtlinien, Lösungen verabreicht werden. 
Unmittelbar vor einem Wettkampf kann der Leistungssportler sich einen Tapeverband anlegen lassen. Dieser besteht in der Regel aus einem unelastischen Klebeband (Tape) und ist funktional.

Greifen diese Maßnahmen nicht, sehen Fachärzte die allerletzte Möglichkeit in einem operativen Eingriff. Hier wird mit Hilfe verschiedener medizinischer Techniken die Periostes von der Schienbeinkante gelöst. 

Wiederaufnahme des Sportes

Sind der Druckschmerz als auch Belastungsschmerz vollständig verschwunden, kann die Ausdauer und Beweglichkeit durch Radfahren (insbesondere das Treten mit der Ferse) oder auch durch Schwimmen wieder aufgenommen werden. Nach einem operativen Eingriff ist eine sportliche Betätigung nach 2-4 Wochen wieder möglich. Wichtig ist hier insbesondere die langsame und allmähliche Steigerung des Trainings.



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