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Häufige Fußverletzungen von Sportlern

Moritz berichtet am 15.07.2016 um 18:40

Sportarten:

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Fußverletzungen bei Sportlern
Fußverletzungen bei Sportlern/Fußverletzungen gehören zu den häufigsten Verletzungen bei Sportlern. Wir geben einen Überblick über typische Verletzungen.

Fußverletzungen gehören zu den häufigsten Arten von Sportverletzungen. Sportarten wie Fußball, Basketball oder Handball, bei denen die Sportler viele Sprünge und Richtungswechsel vollführen und es obendrein zu Körperkontakt mit den Gegenspielern kommt, stellen immer ein gewisses Risiko dar. Darüber hinaus können Fußverletzungen genetisch oder durch Fehlstellungen veranlagt sein und durch Sport ausgelöst oder begünstigt werden. Im Folgenden werden fünf der häufigsten Verletzungen des Fußes besprochen.

1. Bänderriss im Sprunggelenk

Im Eifer des Gefechts kann es gerade bei Kontaktsportarten wie Fußball oder Basketball leicht dazu kommen, dass der Sportler im Sprunggelenk umknickt. Oft geschieht dies ohne Fremdeinwirkung durch eine falsche Landung nach einem Sprung, Unebenheiten im Boden, schnelle Richtungswechsel oder falsches Schuhwerk. Insbesondere bei Hallensportarten ist es sehr wichtig, keine Schuhe mit eckigen Sohlen, wie zum Beispiel die meisten Jogging-Schuhe, zu tragen, da diese das Risiko des Umknickens drastisch erhöhen. Stattdessen sollten für die jeweilige Sportart die richtigen Schuhe mit abgerundeten Sohlenrändern getragen werden. Auch Umknicken durch unfaires Einsteigen des Gegners stellt eine mögliche Ursache für Fußverletzungen dar. Bei heftigem Umknicken kann es dann leicht zu einem Bänderriss im Sprunggelenk kommen. Am häufigsten betroffen sind dabei die Außenbänder. Typischerweise hat der Verletzte Schmerzen im Sprunggelenk und einen deutlich sichtbaren Bluterguss. Erste Maßnahmen zur Behandlung sind Kühlung, Hochlagerung und Bandagierung des betroffenen Fußgelenks. Möglichst bald sollte ein Arzt aufgesucht werden, der den Bänderriss durch Aufklappen des Sprunggelenks sowie eine Untersuchung mittels Ultraschall feststellen kann. Die weitere Behandlung erfolgte bis vor wenigen Jahren nicht selten noch operativ, mittlerweile werden Außenbandrisse jedoch fast immer konservativ durch das mehrwöchige Tragen einer Schiene behandelt. Bei rechtzeitiger Erkennung und korrekter Behandlung der Verletzung sind die Heilungschancen exzellent. Etwas seltener kommt ein Riss des Innenbandes vor, bei dem der Fuß nach außen einknickt. Auslöser kann beispielsweise ein starker Tritt, der das Sprunggelenk von vorne trifft, sein. Die wirksamste Vorbeugung gegen Bandverletzungen am Sprunggelenk sind sorgfältiges Aufwärmen vor dem Sport und das Trainieren der Schienbeinmuskulatur, welche das Sprunggelenk stabilisiert. Sportler, die bereits Bänderrisse hinter sich haben, können als zusätzliche Stütze Bandagen tragen.

2. Hallux valgus

Beim Hallux valgus handelt es sich um einen Schiefstand des großen Zehs. Er ist eine genetisch bedingte Verletzung, die als Folge eines Spreizfußes, also einer Verbreiterung und Abflachung des Ballenbereichs, auftritt. Sie kann aber durch Sport und falsches Schuhwerk begünstigt oder ausgelöst werden. Eine Abweichung des ersten Mittelfußknochens der Betroffenen hat zur Folge, dass die Sehnen, welche zu den Zehen führen, nicht mehr zentral über das Gelenk, sondern weiter seitlich verlaufen. Somit werden die Zehen in eine schiefe Position gezogen. Typischerweise verlagert sich der Großzehenballen an der Fußinnenseite deutlich sichtbar nach außen. Ein Hallux valgus führt häufig zu Gehbehinderungen, Schmerzen und einem Verlust an Lebensqualität. Vieles deutet darauf hin, dass insbesondere das Tragen der falschen Schuhe das Auftreten eines Hallux begünstigt. Die Sohlenform vieler Schuhe entspricht nicht der natürlichen Haltung des Fußes. Am meisten davon betroffen sind Frauen, da Damenschuhe mit hohen Absätzen oder schmalen Schuhspitzen besonders ungünstig geformt sind. Viele Jugendliche sind bereits von Fehlstellungen der Zehen betroffen. Einem Hallux im Anfangsstadium kann durch die richtige Wahl des Schuhwerks unter Umständen noch entgegengewirkt werden. Orthopädische Einlagen, Barfußlaufen und Zehenstegsandalen können ebenfalls die Symptome lindern. Eine ausgeprägte Fehlstellung des großen Zehs lässt sich jedoch nur operativ korrigieren. Es existieren bis zu 150 verschiedene Verfahren hierfür.

3. Ermüdungsbruch

Beim Ermüdungsbruch des Fußes liegt eine Überbelastung des Knochengewebes vor. Knochen passen sich, wie der gesamte Körper, an mechanische Beanspruchungen an. Bei einer Überbelastung des Mittelfußes kann es zu einer Stressfraktur kommen. Häufig betroffen sind Marathonläufer, die im Vorfeld zu wenig trainiert hatten, oder auch Bundeswehrsoldaten, die von einem zu hohen Marschpensum überfordert wurden.
Die Diagnose kann über lokalen Druckschmerz oder Schwellung vermutet werden. Röntgenaufnahmen geben meist keinen Aufschluss auf die Verletzung, da der Knochen in der Regel nicht verschoben ist. Eine eindeutige Diagnose durch knochenszintigraphische bzw. kernspintomographische Untersuchungen ist möglich, wird aber in der Regel nur bei Hochleistungssportlern durchgeführt. Die Therapie besteht in einer sofortigen Entlastung des betroffenen Knochens. Bei Mittelfußknochenbrüchen und Marschfrakturen geschieht dies durch einen Vorfußentlastungsschuh. Auch Lymphdrainagen und Tape-Verbände mit lymphfördernder Wirkung, die das Abschwellen des Fußes begünstigen, können bei der Therapie angewendet werden.

4. Morton-Neurom

Das Morton-Neurom bezeichnet eine schmerzhafte Entzündung des in der Fußsohle verlaufenden Nervs. Genau wie der Hallux valgus kann auch das Morton-Neurom aus einen Spreizfuß entstehen. Durch die hierbei gegebene Abflachung des Fußballens wird beim Abrollen des Fußes beim normalen Gehen ein verstärkter Druck auf die in der Fußsohle verlaufenden Nerven ausgeübt. Die permanente Reizung führt zu einer Entzündung des Nervs. Das umgebende Gewebe wird in Mitleidenschaft gezogen. Neben der Einengung des Nervs kann es kann zu Schleimbeutelentzündungen kommen. Die Folge sind Schmerzen und Taubheit des betroffenen Gewebes. Begünstigt wird die Entstehung eines Morton Neuroms durch einen genetisch bedingten Spreizfuß, schwache Bänder im Vorfuß, das Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen oder unnatürlicher Sohlenform, Übergewicht, starke Belastung durch beispielsweise Joggen oder langes Stehen während des Berufs.
Die Diagnose kann vom Arzt durch den „Mulders Click“ gestellt werden, wobei das Neurom zwischen den Zehenstrahlen ertastet wird. Typischerweise sind die Symptome ein starker Druckschmerz über den Mittelfußköpfchen und Schmerzen bei der Kompression des Vorderfußes. Eine Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung kann notwendig sein, um andere mögliche Ursachen der Schmerzen ausschließen zu können. Im Kernspin kann das Morton Neurom sichtbar gemacht werden.
Die Therapie erfolgt zumeist konservativ, indem der Druck auf die Nerven gemildert wird. Einlagen für die Schuhe, die das vordere Fußgewölbe unterstützen, können bereits ausreichen, um das Morton Neurom abheilen zu lassen. Es gibt auch Ansätze, bei denen gezielte Einspritzungen von Vitamin B12 in der Nähe des Nervs Linderung erzielt haben.
Falls das Norton Neurom operiert werden muss, lässt es sich, soweit es noch nicht zu weit fortgeschritten ist, unter Erhaltung des Nervs entfernen. Im Falle einer Entfernung des Nervs verliert der Patient die Sensibilität der vom Nerv versorgten Teile des Fußes. Darüber hinaus kann es leicht zu einer erneuten Entzündung des verbliebenen Nervenendes kommen.

5. Knick-Senkfuß

Der Knick-Senkfuß ist eine häufige Fehlstellung des Fußes. Dabei versteht man unter einem Knickfuß die Fehlstellung der Ferse, welche dabei nach innen versetzt abknickt. Der Senkfuß steht für eine Abflachung des Längsgewölbes des Fußes, wodurch die Fußsohle flach auf dem Boden liegt. Bei einem extrem ausgeprägten Senkfuß spricht man von einem Plattfuß. Oft treten Knick-und Senkfuß in Kombination auf, weshalb sie unter dem Begriff Knick-Senk-Fuß zusammengefasst werden. Bei kleinen Kindern tritt der Senkfuß als normales Entwicklungsstadium auf, das sich normalerweise bis zum 6. Lebensjahr auswächst. Jungendliche und junge Erwachsene sind oft trotz Vorliegen eines Knick-Senkfußes beschwerdefrei. Ein im Erwachsenenalter erworbener Knick-Senkfuß ist dennoch oft behandlungsbedürftig. Hier liegt die Ursache in einer Schwächung der Fuß-Sehnen und einer Verkümmerung der Fußmuskulatur. Schmerzen und geschwollene Gelenke sind die ersten Symptome. Betroffene legen oft nur kurze Distanzen zu Fuß zurück. Die Füße ermüden schnell und die Schmerzen strahlen nicht selten auch in den Unterschenkel aus. Ein Orthopäde kann die Fehlstellung des Fußes am besten diagnostizieren, indem er sich den Verlauf der beiden Gewölbe, die den Fuß tragen (Längsgewölbe und Quergewölbe) ansieht, wenn der Patient normal steht oder sich auf die Zehenspitzen stellt. Dabei ist die Flexibilität der Knick-Senkfuß-Stellung ausschlaggebend. Ursachen sind oft ein zurückliegender Bruch oder ein Trauma, Übergewicht, Sehnenverletzungen, rheumatische Erkrankungen oder Diabetes. Grundsätzlich ist die Haltestruktur des Fußes beeinträchtigt. Die Behandlung erfolgt auch hier mit Hilfe orthopädischer Einlagen, speziellen Schuhen mit Fußbett, Physiotherapie und phyiskalischer Therapie mit Ultraschall oder Kryotherapie.



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